Union Solingen - TURU 0:1 (0:0)
TURU: Prostka - Sesterhenn, Willems, Weiß, Ramadani, Schweers (46. Yotla), Kizilaslan (80. Homann), Lopez-Torres, Duran, Rey Alonso, Bork. - Tor: 0:1 Lopez-Torres (55.).

Foto: Brigitte Richter
Presse:
NRZ (Joachim Breitbach)
Selbst eine ganz schwache Vorstellung reichte der Oberbilker Turu,
um bei der kaum landesligareifen Niederrheinliga-Elf von Schlusslicht
Union Solingen vor 300 Zuschauern 1:0 (0:0) zu gewinnen und wieder die
Tabellenführung zu übernehmen.
Gäste-Trainer Frank Zilles
vertraute seiner Taktik-Variante mit nur einer Sturmspitze auch bei den
nun seit 19 Spielen sieglosen Bergischen. Und versetzte die Zuhörer
nach der Partie in Staunen. „Union war der erwartet schwere Gegner,”
meinte der in der Vorsaison noch in Solingen tätige Oberbilker Coach,
„aber wir haben verdient gewonnen. Die äußeren Bedingungen waren nicht
optimal, aber das haben wir angenommen. Wir haben versucht, Druck zu
erzeugen, sind aber nicht gelassen genug an die Aufgabe herangegangen.”
Treffender als die Aussage, dass Union der erwartet schwere
Gegner gewesen sei, waren zwei andere Zilles-Feststellungen.
„Hauptsache, wir haben die drei Punkte imSack,” atmete er nach dem
Schlusspfiff auf. Und kritisierte den schwach pfeifenden
Fußball-Schiedsrichter Marco Tödt (DJK Twisteden): „Herr Tödt hat viel
zu viel laufen lassen”.
Das Siegtor war eine der wenigen
gelungenen Aktionen der Gäste. Fatih Duran war im linken Mittelfeld ein
Seitenwechsel auf den zur Pause für Sebastian Schweers eingewechselten
Reduan Yotla gelungen. Yotla spielte den Ball in den Lauf von Miguel
Lopez-Torres und der blieb vor dem Solinger Tor eiskalt. Aus zwölf
Metern traf er zum 1:0 der Turu ins Union-Tor (55.).
Weitere
Chancen vergaben die teilweise unkonzentriert wirkenden Gäste, die mit
der überaus robusten Gangart der Bergischen ihre Mühe hatten.
Pech
für Turu, als Daniel Rey-Alonso (67.) das vermeintliche 2:0 aus elf
Metern gelungen war. Schiri Tödt hatte zu aller Verwunderung eine
Abseitsstellung des Schützen ausgemacht und gab das Tor nicht. Weitere
Möglichkeiten hatte Turu durch Markus Weiß, dessen Kopfball nach einem
Freistoß von Hassan Ramadani das Tor ebenso verfehlte (74.) wie der
Schlenzer von Lopez-Torres (80.).
Negative Höhepunkte der
Partie waren zwei Gelb-Rote Karten. Die erste sah Solingens Patrick
Hermann (60.) nach wiederholtem Foulspiel an Ramadani, die zweite
Stephan Bork (Turu), weil er den folgenden Freistoß ohne Freigabe des
Unparteiischen ausführte.
WZ (Marcus Giesenfeld)
Der Weg zurück an die Tabellenspitze war für die Turu doch schwerer
als von vielen erwartet. Im Auswärtsspiel bei Tabellenschlusslicht
Union Solingen hatte der Fußball-Niederrheinligist nicht nur mit einem
bis in die Haarspitzen motivierten Gegner anzukämpfen. Hinzu kam ein
unberechenbarer Wind, der beiden Parteien auf dem Rasen zu schaffen
machte. Doch die Elf von Frank Zilles trotzte allen Widrigkeiten und
kehrte mit einem 1:0 (0:0)-Erfolg auf Rang eins zurück.
„Meine
Mannschaft muss sich ganz bestimmt nicht schämen, nur mit 1:0 gewonnen
zu haben. Man muss auch der Union heute mal ein Kompliment aussprechen.
Sie hat sich teuer verkauft und uns bis zum Schluss einen echten Kampf
geboten“, lobte Frank Zilles seinen Ex-Verein. Der Turu-Coach stellte
vier Akteure, die in der letzten Saison noch unter ihm in Solingen
spielten, in die Startelf. Und wie erwartet entwickelte sich das
Aufeinandertreffen der „Solinger Filiale“ mit der echten Union zu einem
prestigeträchtigen Kampfspiel. „Solingen hat sich mit Händen und Füßen
gewehrt. Uns hat in vielen Situationen die letzte Präzision und
Konsequenz gefehlt“, fasste Zilles zusammen.
Trotz optischer Vorteile gelang es dem Favoriten vor der Pause
nicht, die kompakte Deckung des Kellerkindes aus den Angeln zu heben.
So bedurfte es wieder einmal eines Geistesblitzes von Miguel
Lopez-Torres, um auf die Siegerstraße einzubiegen. Ausgerechnet der
Ex-Solinger beförderte den Ball nach knapp einer Stunde aus spitzem
Winkel ins kurze Toreck (58.). Im Anschluss versäumten es die
Oberbilker, den Platzherren den endgültigen Gnadenstoß zu versetzen.
„Wir waren nicht stark genug auf das zweite Tor aus“, monierte Zilles.
Dies
hätte sich auch rächen können. Doch Solingen fehlten trotz eines
verzweifelten Sturmalufes in der Schlussphase die Mittel für ein
Ausgleichstor. Bei de Mannschaften beendeten das Spiel nach jeweils
einer Gelb-Roten Karte zu Zehnt. Auf Seiten der Turu musste Zugang
Stephan Bork vorzeitig unter die Dusche.
Solinger Tageblatt (Jürgen König)
Auch bei Frank Zilles drehten sich die
Gedanken in der Pressekonferenz um den von der Stadt beabsichtigten
Abriss des Stadions am Hermann-Löns-Weg: „Es war schön, wieder hier zu
sein und die tolle Atmosphäre genießen zu dürfen. Ich hoffe, dass dies
aufrecht erhalten werden kann“, meinte der Solinger Fußball-Trainer in
Diensten von Turu Düsseldorf. Sein neuer Verein quälte sich gestern zu
einem freilich verdienten 1:0-Erfolg, für den der neue Spitzenreiter
eine riesige Menge Widerstand brechen musste.