TURU - Wuppertaler SV Borussia II 1:2 (0:0)
TURU: Prostka - Sesterhenn (82. Ceker), Willems, Weiß, Ramadani (75. Homann), Kizilaslan, Lopez-Torres, Duran, Rentmeister (10. Intven), Rey Alonso, Bork. - Tore: 1:0 Lopez-Torres (49.), 1:1 Formento (71.), 1:2 Nikolic (82.). - Rote Karte: Willems (10.).
Foto: Brigitte Richter
Presse:
WZ - Düsseldorf (Marcus Giesenfeld)
Frank Zilles blieb
diplomatisch. „Ich habe im Spiel einige Dinge anders gesehen, als der
Unparteiische und der Linienrichter auf der Tribünenseite. Mehr möchte
ich zu der Schiedsrichterleistung gar nicht sagen“, erklärte der
Trainer der Turu nach der Partie gegen den Wuppertaler SV II. Dabei
hatte der Mann an der Pfeife, Jörg Jörissen, während der 90 Minuten für
genug Diskussionsstoff gesorgt. An der 1:2 (0:0)-Heimniederlage der
Turu hatte er mit einigen strittigen Entscheidungen großen Anteil.
Schon
nach sechs gespielten Minuten hatte Jörissen sämtlichen Kredit auf
Seiten der Platzherren verspielt. Dabei war die Rote Karte gegen
Innenverteidiger Bernd Willems wegen Beleidigung seines Gegenspielers
Karoj Sindi („Bist Du behindert?“) durchaus vertretbar. Doch dass
Willems zuvor schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Staket gemachte, weil
Sindi ihn mit Absicht geschubst hatte, blieb fälschlicherweise
ungeahndet (7.). Auch Fatih Duran war nicht gut auf den Spielleiter zu
sprechen. Sein Schuss an die Unterkante der Latte sprang nach
einstimmiger Meinung nahestehender Beobachter klar hinter der
Wuppertaler Torlinie auf (48.).
WSV-Coach Peter Radojewski wusste schon, warum er sich in der
zweiten Hälfte „in einigen Situationen beim lieben Gott bedanken
durfte.“ Denn das zweifellos sehenswerte 2:1-Siegtor war ebenfalls
irregulär. Bevor der Ex-Düsseldorfer Marco Nikiloc zum Fallrückzieher
ansetzte, hätte Jörissen schon eine Behinderung von Turu-Keeper Dennis
Prostka an der Torraumgrenze ahnden müssen. So blieb Frank Zilles nach
Spielschluss gar nichts anderes übrig, als seine frustrierten
Schützlinge moralisch aufzubauen. Viel Vorwerfen konnte der
Übungsleiter seinem Team nicht.
Die knapp 40 Minuten in Unterzahl
– auch Wuppertals Bahadir Incilli musste vor der Pause mit einer
überzogenen Gelb-Roten Karte runter – überstanden die Gastgeber dank
taktischer Disziplin und hoher Laufbereitschaft unbeschadet. Dass in
den letzten 20 Minuten die Kräfte schwanden, war vorhersehbar. Wenn man
der Turu etwas ankreiden konnte, war es die mangelhafte
Chancenverwertung. Torschütze Miguel Lopez-Torres (49.) hatte wie auch
Fatih Duran weitere gute Gelegenheiten. Wuppertals Treffer fielen beide
im Anschluss an diagonal in den Strafraum geschlagene Flugbälle, bei
denen Bernd Willems im Abwehrzentrum vermisst wurde.
Reviersport (Oliver Stolz)
Bereits früh mussten die Gastgeber dabei einen herben
Rückschlag hinnehmen. Düsseldorfs Verteidiger Bernd Willems sah nach
sieben Minuten die Rote Karte. Zuvor soll er seinen Gegenspieler
beleidigt haben. TuRU-Coach Frank Zilles mochte nachher nicht viel zu
der Aktion sagen: „Es war noch eine Steigerung zum Solingen-Spiel.“
Gemeint war die Schiedsrichterleistung, die er schon vor Wochenfrist in
der Klingenstadt bemängelte.
Mit Andrés Formento bekam Radojewski Unterstützung aus der
Profimannschaft. Er stürmte für Keita-Ruel neben Benedikt Schröder.
Schröder war es auch, der die größte Chance in der ersten Hälfte für
die Wuppertaler besaß, doch TuRU-Keeper Dennis Prostka rettete mit
einer Glanzparade (12.). Schnell reagierte Zilles und brachte mit
Yannic Intven für Michael Rentmeister mehr Stabilität in die Abwehr.
Quasi mit dem Halbzeitpfiff der nächste Platzverweis. Dieses Mal
erwischte es den Wuppertaler Kapitän Bahadir Incilli nach wiederholtem
Foulspiel.
In Durchgang zwei kam die TuRU besser ins Spiel. In der 49. Minute war
es wieder mal Torjäger Miguel Lopez-Torres, der gleich drei Gegner
schwindelig spielte und eiskalt von rechts außen durchmarschierte und
vollstreckte, 1:0 für die Gastgeber. Zilles ärgerte sich dennoch:
„Lopez‘ Einzelleistung war grandios, aber wir dürfen uns nicht nur auf
ihn verlassen.“ Zuerst war es Formento, der eine Flanke von Marko
Nikolic mustergültig versenkte (71.), neun Minuten vor dem Ende dann
der „Knock-out“ für die TuRU: Ein wunderschöner Fallrückzieher von
Nikolic ließ TuRU-Torhüter Prostka keine Chance.